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8/03/2017

Würmer und Wurmkuren

Bevor du deinen Katzen eine Wurmkur verabreichst, solltest du wissen, was Würmer sind, welche es gibt und wie eine Wurmkur überhaupt wirkt.


Wie oft höre ich von Katzenbesitzern, dass sie ihren Tieren durchschnittlich 4x im Jahr eine Wurmkur verabreichen und ich bin mindestens genauso oft darüber schockiert. Auf meine Frage hin, ob diese Würmer hatten kommt meist ein "Nein" oder "Ich weiß es nicht, aber Sicher ist Sicher!"


Was sind eigentlich Würmer?

Würmer befallen deine Katzen als sogenannte "Endoparasiten", sie leben also in deiner Katze und "ernähren" sich "von ihr".
Würmer lassen sich in drei größere Gruppen unterteilen: Fadenwürmer, Bandwürmer und Saugwürmer.
Die Gängigsten Würmer findest du in der folgenden Liste


Wurmart Übertragung betroffene Organe Verlauf Diagnose
Spulwurm Beutetiere
infizierte Muttermilch
Kontakt zu Wurmbefallenem Kot
Die Wurmlarven gelangen durch die Darmwand in die
Muskulatur und Innere Organe,von dort aus in den
Blutkreislauf und in die Lunge. Durch das ausgehustete und
verschlucktes Sekret gelangen sie wieder zurück in den Dünndarm.
meist ohne Sichtbare Symptome.
Bei starkem Befall: breiiger Kot, Veränderung der
Fellstruktur, Dehydrierung und Gewichtsverlust
Im schlimmsten Fall: Darmverschluss
Kotprobe
Hakenwurm Beutetiere Dünndarm in der Regel keine Symptome
Akuter Befall: Blutarmut, Durchfall, Gewichtsverlust
Kotprobe
Magenwurm Fressen von Erbrochenem infizierter Katzen leben und vermehren sich in der Magenschleimhaut
Nur durch Untersuchung des
Mageninhalts möglich
Lungenwurm Beutetiere siedeln sich in den Bronchien und Lungenbläschen an,
Nach dem schlüpfen werden sie ausgehustet und verschluckt
Wodurch sie in den Darmtrakt gelangen und ausgeschieden
Werden
ohne äußerliche Anzeichen
Schwerer Befall: vermehrtes Husten,erschwerte Atmung,
Niesen, Appetit- und Gewichtsverlust
Kotprobe,
Gewebeprobe der Lunge
Dickhalsiger Bandwurm/
Katzenbandwurm
Beutetiere Dünndarm, wo er sich mit speziell entwickelten
Mundwerkzeugen festsaugt. Befallene Katzen scheiden
Bandwurmglieder aus,
welche im Kot und auch im Fell sichtbar sind
Erbrechen, Durchfall und Gewichtsverlust
Kitten, die mit diesem Bandwurm massiv
befallen sind, können
Entwicklungsstörungen zeigen.

Gurkenkern-bandwurm Flöhe Dünndarm
Kotprobe

Die Behandlung bei einem Wurmbefall

Durch die Auswertung von Kot-. Blut- und/oder Gewebeproben kann ein Wurmbefall der Katze nachgewiesen werden. Auf die vom Tierarzt angeratene Dosierung und Dauer der Behandlung sollte geachtet werden, um alle Stadien (Eier, Larven und ausgewachsene Würmer) bekämpfen zu können.

Eine vorbeugende, regelmäßige Gabe von Wurmkuren ist nicht wirksam und nützt deiner Katze rein gar nichts, außer, dass sie den Körper belasten.
Die Mittel sollten nur bei nachgewiesenem Befall verabreicht werden, denn ausschließlich dann haben sie eine Wirkung!

Anzeichen für einen Wurmbefall

Neben den oben genannten speziell auf den Wurm deutende Symptome gibt es noch einige weitere.
  • Nickhautvorfall
  • aufgeblähter Bauch
  • Verdauungsschwierigkeiten

Wenn du den verdacht hast, dass deine Katze Würmer haben können, solltest du über drei Tage den Kot sammeln und in einem verschließbaren Behältnis (Glas, Frischhaltebeutel,..) zum Tierarzt bringen.

7/14/2017

die Kratzmöglichkeiten

Der Kratzbaum

Ich kenne sie, du kennst sie - jeder kennt die "klassischen" Kratzbäume welche im Zoofachhandel stehen und Angeboten werden. Sie bestehen - gefühlt - aus 90% Plüsch und ganz viel anderen Bauteilen wie Treppen, Leitern oder Gummibänder mit Bällchen daran.
Doch diese sind (leider) unfassbar ungeeignet für deine Katzen und noch dazu überteuert, für das, was du wirklich bekommst.

Unsere Katzen brauchen Kratzmöglicheiten in der Wohnung um ihre Krallen zu schärfen und ihr Revier zu markieren.
Optimal ist es, wenn du mehrere, verschiedene Möglichkeiten anbietest. Neben einem Baum, welcher in die Höhe geht, macht es auch Sinn liegende Kratzmöglichkeiten anzubieten, denn viele Katzen kratzen gerne waagrecht auf dem Boden. Gerne werden hierfür Teppiche oder Fußmatten von den Miezen umfunktioniert. Um dem ganzen entgegenzuwirken bieten sich Kratzbretter-/pappen an.

Dein Kratzbaum - oder besser der deiner Katzen - sollte möglichst dicke, stabile Stämme haben. Geeignet sind Bäume, welche eine Stammdicke von 12cm oder mehr haben. Für die Stabilität sorgt Holz. Leider sind viele, ungeeignete, Kratzbäume innen aus Pappe, welche sehr unstabil sind und gerne im Laufe der Zeit brechen.

Natural Paradise Kratzbaum und
Cat On Kratzpappe
Katzengerechte Kratzbäume haben dazu noch mindestens eine Säule, welche lang genug ist, damit die Katze sich daran komplett strecken kann. Dieser Kratzbaum kann auch Höhlen, Hängematten und generelle Liegeflächen haben, doch meist sind die Hersteller dieser Bäume sparsamer damit, denn schließlich sollen die Katzen ordentlich daran kratzen können.
Kordeln, Gummibänder mit Bällen daran usw. sollten aus Sicherheitsgründen immer entfernt werden. Mehr dazu kannst du unter den Gefahrensquellen in der Wohnung für deine Katzen nachlesen.

Kratzbäume gibt es in allen Möglichen Preis- und Qualitätsstufen. Wie erwähnt, kosten die minderwertigen Bäume dennoch sehr sehr viel.
Ein guter Baum muss nicht unbedingt teuer sein, kann es aber gerne werden aufgrund von gut ausgewählten Materialien und einem Top Service wie beispielsweise lebenslange Sisal-Garantie, sodass man dieses jederzeit ausgetauscht bekommt.
Gute Kratzbäume findest du bei Petfun, Kerstin's und auch Zooplus hat eine gute Reihe (Natural-Paradise).



Du solltest definitiv auf einen Kratzbaum von den genannten Quellen sparen, diese werden dir und deinen Katzen Jahrelang freude bereiten. Kaufst du einen Qualitativ schlechten, aber günstigen Baum, kannst/musst! du ihn mit Sicherheit etwa jedes Jahr (+/-) durch einen neuen ersetzen.


diese Darstellung dient als Orientierung und darf unverändert verwendet und geteilt werden

Von gebrauchten Kratzmöglichkeiten würde ich prinzipiell eher abraten, denn besonders in Plüsch und Sisal können sich Krankheitserreger wunderbar einnisten. Dadurch, dass Katzen das kratzen am Baum auch als Reviermarkierung ansehen, ist der Geruch von der Vorbesitzer-Katze(n) unvorteilhaft. Es gibt Katzen, welche einen gebrauchten Baum ignorieren oder im schlimmeren Fall sogar mit Urin markieren.

Kratzbretter und weitere Kratzmöbel

Kratzbretter gibt es in allen Möglichen Varianten. Man kann sie sich an der Wand befestigen, an Ecken, welche gerne zerkratzt werden,.. die Liste ist lang.
Es gibt. neben einzelnen Brettern, auch Kratzmöglichkeiten die wie ein Möbelstück fungieren.Oftmals sogenannte Kratzpappe.
Ich habe auch Kratzmöbel aus Pappe und meine Katzen lieben sie. Ob zum drauf liegen um zu schlafen oder die Krallen zu schärfen - alle drei Miezen sind völlig begeistert.
Doch auch hier gibt es wesentliche Qualitätsunterschiede.

7/12/2017

Checkliste vor dem Katzeneinzug

Du hast dich nun für eigene Fellnasen entschieden und es steht auch bereits fest, welche es werden wollen? Super. Dann solltest du dir schleunigst um ein paar Dinge Gedanken machen.

Schau dich in deiner Wohnung um und mach dir Gedanken darüber, was für Gefahren für Katzen lauern könnten. Gibt es gefährliche oder gar giftige Sachen in deiner Wohnung? Dann überlege dir, wo du diese hin tust oder ob du sie ganz abgibst.
Überprüfe jede mögliche Ecke, Katzen quetschen sich in die unmöglichsten Versteke - hast du scheue Katzen, kann das wirklich blöd laufen und Enden.
Unter dem Menüpunkt "Gefahren" findest du Gefahren und Möglichkeiten, sie gefahrlos zu machen.

Wichtig zu überlegen ist auch zu welchem Tierarzt du künftig gehen kannst. Optimal wäre einer in näherer Nähe, viele Katzen hassen Auto fahren und was man sonst noch so mit dem Tierarzt verbindet. Freunde, welche bereits Katzen haben, können dir hierbei behilflich sein und dir Tipps in Sachen "guter Tierarzt" geben.

Du solltest dich bevor die Fellis einziehen ausreichend über deren Haltung informieren. Es sollten sachliche und unterschiedliche Quellen herangezogen werden. Denn leider sind auch heutzutage noch viele Mythen über Katzen und deren Haltung im Umlauf, die von unwissenden Katzenhaltern, Tierärzten oder auch Fachbüchern verbreitet werden. Nur, weil jemand "schon immer" Katzen hält, muss seine Haltung nicht artgerecht oder sein Wissen auf dem neusten Stand sein.
Vorallem (alte) Tierärzte täuschen sich, weil sie gar nicht oder zu wenig fortgebildet auf diesem Gebiet sind. Ebenso sind Fachbücher nur von Menschen geschrieben, welches Wissen z.B. überholt sein kann.
Auf diesem Blog findest du zahlreiche Unterthemen, die dir weiterhelfen können.

Checkliste für deine Einkaufsliste

  • für jede Katze eine eigene Transportbox (Wichtig! auch wenn die Katzen ein Herz und eine Seeele sind! In Ausnahme Situationen kann Stress dazu führen, dass sie sich in der Box angreifen und als Feind sehen)
  • Ausreichend Katzentoiletten, am besten verschiedene mit verschiedener Streu (Anzahl der Katzen plus eins)
  • genug Streu
  • Für jede Katze einen eigenen Fressnapf
  • Futter (Optimal in der Anfangsphase das selbe wie beim Vorbesitzer, ansonsten Hochwertig)
  • Wassernapf
  • Spielzeug
  • Kratzmöglichkeiten
  • Bürsten

7/11/2017

Kastration

Für viele ist die Kastration ihrer Lieblinge immer noch ein beängstigendes Thema. Es kommen plötzlich viele Fragen auf: "Wird mein Tier sich verändern?", "Wird alles gut gehen?", "Müssen reine Hauskatzen überhaupt kastriert werden?", "Wann ist der beste Zeitpunkt dafür?"

Ich kann dir viele gute Gründe für eine Kastration nennen, doch keinen einzigen, der dagegen spricht.

Wenn du Katzen hast, musst du diese kastrieren lassen! Es ist egal, ob Freigänger oder Wohnungskatze. Ein kurzer Moment der Unachtsamkeit genügt und deine unkastrierte Katze ist verschwunden und kehrt trächtig zurück.
Nicht außer acht zu lassen ist der gesundheitliche Aspekt. Jede Rolligkeit ist purer Stress für deine Katzen und kann sich zu einer Dauerrolligkeit entwickeln. Jede einzelne Rolligkeit begünstigt die Entstehung von Gebärmutterhalskrebs extrem.
Dein unkastrierter Kater hingegen wird anfangen zu markieren (und das riecht nicht gerade angenehm!), desweiteren sind diese immer auf der Suche nach einer rolligen Katze. Dafür laufen Kater auch gerne mal 10km oder mehr.
Bedenke: Oft hört ein Kater nicht mehr mit dem markieren auf, wenn er es ein mal getan hat, auch nicht nach der Kastration!

Für Katze und Kater ist es zudem gefährlich, sich mit "irgendeiner" Katze zu paaren. Krankheiten wie FIV, Leukose oder FIP können dabei übertragen werden, diese Enden meist tödlich.

Deine Katze muss nicht ein mal rollig werden, wie man es früher geglaubt hat und erst recht nicht ein mal Kitten bekommen, bevor du sie kastrierst. Übrigens liest du richtig, man kastriert Katze und Kater.
Bei der Kastration von Katern werden die gesamten Hoden entfernt, bei der Katze die gesamte Gebärmutter. Die Sterilisation bedeutet bei Katern lediglich, dass man die Samenleiter durchtrennt und bei der Katze die Eileiter.
Das bedeutet, die Katze kann weiterhin rollig werden und das Risiko von entzündeten Eileitern oder Gebärmutterhalskrebs steigt. Der Kater hingegen kann weiterhin deine gesamte Wohnung markieren.

Die Frühkastrarion ist immer zu empfehlen. Sie wird bereits mit 12-16 Wochen durchgeführt, dadurch ist die Operation kürzer und einfacher, da die Keimdrüsen frei liegen und nicht von Fettgewebe überlagert sind, gibt es weniger Komplikationen und/oder Blutungen.Deine Katze wird die Narkose wesentlich besser weg stecken, wenn sie noch jung ist. Ebenso ist der Heilungsprozess um einiges schneller bei Kitten mit etwa drei Monaten. Du gehst kein Krebsrisiko ein, da dein Tier nie Hormonbelastet wird.
Die Kastration hat keinen Einfluss auf das Wachstum, das wurde in mehreren Studien bestätigt.

Die Kastration sollte mir eintreten der Sexualreife durchgeführt werden, da es Katzen gibt, welche mit 14 Wochen bereits geschlechtsreif sind, solltest du keine Sekunde damit warten.

Ich hatte unkastrierte Katzen

Ich selbst habe eine Katze selbstständig von der Straße geholt. Nachdem sie ein paar Wochen bei mir war, stellte ich vergrößerte Zitzen fest und bin direkt zum Tierarzt, welcher dann eine Trächtigkeit festgestellt hatte. Kurz darauf folgten an einem Freitagabend Blutungen weshalb ich in eine Tiernotklinik fahren musste... dort stellte sich dann heraus, dass die Kitten im Bauch bereits gestorben sind und wir jetzt noch ein paar Tage abwarten können, ob die Katze sie von alleine gebärt oder wir sie per Notkaiserschnitt herausholen müssen, dieser hätte mich unmengen an Geld gekostet.
"Zum Glück" bekam meine Katze die toten Kitten den darauffolgenden Abend. Sie kam zu mir auf die Couch und war bereits ganz unruhig, ich wusste, dass es wohl losgeht. Und ja, sie bekam drei Totgeburten.. ich kann von unglaublichen Glück sprechen, es rechtzeitig erfahren zu haben und das meine Katze sie selbst geboren hat. Es hätte alles anders laufen können. Die Kitten hätten unentdeckt bleiben können und wären in ihr weiter verwest, was zu einer Blutvergiftung und letztendlich zum Tod meiner geliebten Miez geführt hätte. 

Eine andere Katze von mir kam mit 1 1/2 unkastriert zu mir. Der Termin für die Kastra stand schon fest, als die Kleine rollig wurde. Das ganze war weder für sie, mich oder meine anderen Tiere angenehm. Wir waren alle gestresst davon. Doch damit war es nicht genug, etwa eine Woche vor dem geplanten Termin bemerkte ich einen dicken Bauch. Glücklicherweise konnte ich eine Trächtigkeit ausschließen, da sie nur drin war, auch die Vorbesitzer bestätigten mir dies. Es ließ mir keine Ruhe und auch meine Tierärztin fand es beängstigend. Wir haben die OP vorverschoben und ich bin unfassbar Dankbar darüber. Bei der OP stellte meine Tierärztin fest, dass die Eierstöcke komplett entzündet und vereitert waren, der Bauch war aufgrund dieser Entzündung so dick und jede Sekunde hätte das ganze wortwörtlich Platzen können und somit wäre auch diese Katze gestorben. 

Tu dir und deinen Tieren das nicht an. Lass deine Tiere bitte rechtzeitig kastrieren!

7/07/2017

Einzelhaltung?!

Nein, Katzen sind keine Einzelgänger! Sie werden zu diesen, weil "wir" Menschen welche aus ihnen machen.
Eine Jahrelange Einzelhaltung der Katze lässt sie nicht nur seelisch verkümmern, sie verlernt auch ihr soziales Verhalten gegenüber anderen Katzen. Folgen davon sind unter anderem Aggressionen, Depressionen und Zerstörungswut.

Für diese Katzen kann eine Zusammenführung mit anderen Katzen sehr stressig bis hin zu unmöglich werden. Sie haben die Kommunikation und den Umgang mit anderen Katzen verlernt, daher dauert eine Vergesellschaftung viel länger als bei Katzen, die das kätzische Verhalten beherrschen.
In Einzelfällen ist die Zusammenführung sogar unmöglich und so entstehen die all bekannten "Einzelkatzen", welche auch als so eine vermittelt werden muss, um auf Dauer glücklich zu werden.

Ein Katzenpartner zählt wie eine artgerechte Ernährung und Umgebung als Grundbedürfnis der Katzen. Wenn du also nur eine Katze halten kannst, oder willst, solltest du eine bereits erwachsene und ältere Katze aus dem Tierheim, welche aufgrund von Jahrelanger Einzelhaltung eine "Einzelkatze" geworden ist, adoptieren. Anderenfalls solltest du von der Katzenhaltung absehen, denn diese Tiere sind sehr sozial und brauchen mindestens einen Katzenpartner.

Menschen und andere Haustiere als "Ersatz" 

So sehr wir unsere Stubentiger lieben, wir Menschen sind und können keinen Katzenpartner ersetzen. Um einer Einzelkatze als Mensch gerecht werden zu können, müsstest du 24 Stunden am Tag mit ihr spielen, toben, sie putzen, mit ihr im Körbchen liegen, fauchen, miauen und schnurren. Neben den körperlich sichtbaren Kommunikationsmöglichkeiten der Katze besitzt sie auch Geruchspheromone, die du als Mensch ebenso besitzen und beherrschen solltest.
Andere Haustiere wie Hunde oder Kaninchen können, ebenso wenig wie der Mensch, all diese kätzischen Sprachen nicht sprechen und sind daher als Ersatz für eine Zweitkatze nicht geeignet.

Sobald die Katze beginnt Hände, Füße, Möbel oder Tapeten anzugreifen und zu zerkratzen, merkt der Halter: Huch, hier stimmt etwas nicht und es läuft nicht so, wie erwartet. Oftmals wird dann allerdings die Katze als "aggressiv" oder "hyperaktiv" abgestempelt, anstatt den Hilferuf wahrzunehmen und die Haltung der Katze zu überdenken.

Mögliche Folgen von Einzelhaltung

  • aggressives Verhalten
  • Hyperaktivität
  • extreme Anhänglichkeit
  • Zerstörungswut
  • Depressionen

Kitten niemals alleine halten!

Was für erwachsene Tiere gilt, gilt auch für Kitten. Sie sind die innige Beziehung zu anderen Katzen (Mutter, Geschwister) gewohnt. Neben dem Trennungsschmerz wartet nun kein neuer Spielfreund auf das Kitten im neuen zu Hause mit dem es spielen und kuscheln kann.
Kitten haben noch viel mehr Energie als bereits erwachsene Katzen. Um diese Energie artgerecht abzubauen und ausleben zu können braucht es mindestens zwei Kitten. Erwachsene Katzen sind kein passender Partner für ein Kitten!


die echten Einzelkatzen?!

Gibt es sie wirklich? Die tatsächlich und echten "Einzelkatzen"? Diese Frage muss ich zum Leidwesen der Katzen mit Ja beantworten. Denn viele Katzen werden leider immer noch über Jahre hinweg alleine gehalten. So kommt es, dass sie den Umgang mit anderen Katzen völlig verlernen und total überfordert sind, wenn man ihnen eine weitere Katze vor die Nase setzt.
Dieses gestörte Verhalten tritt jedoch nicht nach kurzer Zeit ein und auch wenn eine Katze 4 bis 5 Jahre alleine leben musste kann sie den Umgang mit anderen Artgenossen noch nach einer kurzen Weile wieder umsetzen. Schwierig wird es bei Katzen die etwa sieben oder mehr Jahre alleine leben mussten. Diese haben meist vergessen und verlernt. 

Wenn du dich jetzt für nur eine Katze entschieden hast, dann findest du diese armen Seelen oftmals in Tierheimen. Es ist schön, wenn man einer Katzenomi oder einem Katzenopi noch einen schönen Lebensabend schenken möchte.
Doch auch das ist nicht so einfach, wie gedacht. Du bist ganztags Berufstätig und alleinstehend? Dann solltest du die Finger von einer Einzelkatze nehmen, denn diese brauchen sehr viel Beschäftigung und Aufmerksamkeit von dem Menschen. Die Katze wird sich völlig auf dich fixieren, denn sie hat sonst niemanden.
Optimal wäre es, wenn eine Einzelkatze in eine Familie kommt, in der immer jemand für die Katze da ist - sofern sie eben möchte.

Weitere wichtige Dinge worauf man bei einer Einzelkatze achten sollte:
  • viel Beschäftgung (spielen, Clickertraining)
  • die Katze nicht stundenlang alleine lasen

der passende Katzenkumpel

Du hast bereits eine Katze und möchtest für diese einen Katzenpartner? Dann solltest du definitiv folgende Punkte beachten.
Besonders bei sich fremden Katzen ist der Charakter ausschlaggebend, es ist wie bei uns Menschen, um so ähnlicher wir uns sind, desto eher können wir uns leiden. Daher sollte der Charakter deiner neuen Katze auf den der bereits vorhandenen gut abgestimmt sein.
Das Alter solltest du auch nicht außer Acht lassen, gerade wenn es sich um Kitten oder schon etwas ältere (Senior) Katzen handelt.
Kitten zu Kitten, Teenie zu Teenie, Senior zu Senior,..

Als Mensch hat man oftmals auch noch andere Ansprüche an sein Haustier, darunter Fallen häufig: Rasse, Felllänge, Fellfarbe,.. doch bei einer Zusammenführung solltest du dich als Halter und deine Optischen Wünsche etwas zurückschrauben, denn an erster Stelle stehen die Katzen. Du solltest dich für keine Katze aufgrund der Optik oder weil Kitten so niedlich sind entscheiden.

Partner in  Crime

Als Mensch wünscht und hofft man immer, dass die Katzen sich super gerne haben, gemeinsam spielen, kuscheln und sich gegenseitig putzen. Nicht immer ist das der Fall, nur gut durchdachte Vergesellschaftungen und Partnerauswahl werden gute Katzenkumpels.
Dabei muss es nicht zwangsläufig eine innige Liebe zwischen den Samtpfoten sein, es genügt eine tiefe Sympathie oder gute Freundschaft.
Den Katzen ist es vorallem wichtig, eine andere, sympathische Katze um sich zu haben. Sie haben nicht den Anspruch, sich gegenseitig zu lieben. Ein gemeinsames Leben, spielen und eventuell auch mal beisammen liegen reicht ihnen vollkommen aus.


Vorurteile/Mythen und Fakten der Einzelhaltung

"Katzen sind von Natur aus Einzelgänger"
Falsch. Besonders bei den älteren Generationen ist dieses "wissen" verbreitet. Doch es wurde bereits vor Jahrzehnten widerlegt. Katzen sind Einzeljäger, leben aber sehr wohl gerne in Gruppen.

"2 Katzen sind zu viel Aufwand"
Diesen Satz verwenden jedes Mal die selben Menschen. Die, die sich noch nicht ausreichend mit Katzen beschäftigt haben. Tatsächlich ist es nämlich so, dass du wesentlich weniger Aufwand mit zwei, anstatt mit einer Katze hast denn die beiden - oder mehr - können und werden sich gegenseitig Beschäftigen. Sei es spielen, kuscheln oder die tägliche Fellpflege.
Durch die Beschäftigung von anderen Katzen wird ihnen auch nicht so schnell langweilig wie alleine und daher bleibt deine Wohnung mit höherer Wahrscheinlichkeit verschont. Gelangweilte Katzen vergehen sich gerne an Tapeten, Möbeln oder werfen schlichtweg Gegenstände von Tischen und Schränken.
Du selbst als Mensch bist weniger "gefragt", du kannst in Ruhe deinen alltäglichen Dingen wie Haushalt, kochen, lesen oder sonstigem nachgehen, ohne, dass permanent eine Katze deine Aufmerksamkeit möchte und JETZT sofort spielen will. Das ist weniger Stress für dich und mehr Spaß für alle.
Bedenken haben viele auch Aufgrund der "Mehrkosten", die du allerdings nicht immer haben wirst. Oftmals wirst du sogar günstiger wegkommen, da du größere Packungen - welche günstiger sind als die kleinen -  bei Futter und der Streu kaufen kannst. 

"diese Einzelkatze ist aber glücklich"
Okay, und woher weißt du das? Hat sie dir das gesagt?
Nein, natürlich nicht, denn Katzen können nun mal (leider) nicht sprechen. Es ist nur über unsere menschliche Empfindung möglich, diese Gefühlseigenschaft zu interpretieren.
Viele Menschen denken, wenn die Katze ruhig ist, ist diese auch glücklich, denn es wird auf Tapetenkratzen oder Hyperaktivität gesprochen bei fehlerhaften Haltung. Doch auch besonders ruhige Katzen können unglücklich sein, dies äußert sich dann eben in Depressionen und kaum vorhandener Lebenslust. Glückliche Katzen toben, spielen und sind Lebensfroh. Daher solltest du dir als Halter die Frage stellen: Ist meine Einzelkatze wirklich glücklich, oder geht es doch eher in die Depression?

"Meine Katze hat den Hund (Wahlweise anderes Tier) als Gesellschaft"
Es ist einfacher gesagt als für die Katze getan. Denn z.B. Hunde und Katzen haben neben den unterschiedlichen "Sprachen" auch eine komplett andere und eigene Körpersprache die nur von Artgenossen richtig verstanden werden können.
Zudem fehlt, egal bei welchem Tier, für die Katze die unabdingbare Fellpflege, welche sie gerne gemeinsam erledigen. 

"Im Freigang hat meine Katze sicherlich Freunde"
Diese Aussage kann zum Teil stimmen, ist allerdings tatsächlich eher bei wenigen Katzen der Fall. Häufiger werden fremde Katzen als Reviereindringlinge angesehen und die somit verbundenen Revierkämpfe sollte man nicht außer Acht lassen. Sobald diese "geklärt" sind, sind die Katzen dennoch keine Freunde. Es kann passieren, dass sie sich akzeptieren und tolerieren - wenn jeder in seinem Revier ist.

Bei Kitten verpufft dieses Argument zudem, da diese erst ab einem Jahr in den Freigang gelassen werden sollten. Lässt man die Kleinen früher raus sind diese noch viel zu unvorsichtig und können Gefahren wie Autos oder Höhen noch nicht angemessen einschätzen. Desweiteren werden sie wegen ihrer körperlichen Größe gerne von Autofahrern übersehen.
Somit bedeutet es ein Jahr lang Einzelhaft für Kitten, die alleine leben müssen.
Auch neue Katzen darf man nicht direkt raus lassen, auch, wenn sie nicht Scheu dir gegenüber sind und schon zum schmusen kommen.
Katzen sind Ortsgebundene Tiere und versuchen kurz nach ihrem Umzug immer, an ihren Ursprungsort zurückzukehren. Daher solltest du jede neue, erwachsene Katze mindestens vier bis  sechs Wochen drin behalten, damit sie ihr neues zuhause anerkennt und nicht nach ihrer alten Umgebung sucht. 

"die Zusammenführung hat nicht geklappt"
Eine Zusammenführung dauert lange, sehr lange. Manchmal Wochen, Monate bis hin zu Jahren. Natürlich kann es mit Glück auch schneller gehen, aber in den wenigsten Fällen fallen die Katzen freudestrahlend übereinander her. Eher voll gepackt mit Wut, da ein Eindringling im Haus ist. Fauchen, Knurren und auch ein paar Respektschellen sind total normal und sollten den Menschen nicht in Panik verfallen lassen.
Bleib ruhig, gib beiden Katzen einen Rückzugsort und gehe die Zusammenführung richtig an.
Erst wenn Blut fließt, sollte man als Halter dazwischen gehen und die Katzen trennen. 
Leider geben zu viele Katzenhalter zu früh auf und haben ggf. auch den komplett unpassenden Partner gewählt.

"Andere halten ihre Katze auch alleine"
Diese Antwort bekommt man meist dann zu hören, wenn alle anderen Argumente vernichtet wurden. Zumal es kein richtiges Argument ist.

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7/06/2017

Woher sollen die Katzen kommen?

Du hast dich nun für die Katzen entschieden und nun kommt die Frage auf: "Woher soll ich diese holen?" Es gibt einige Bezugsquellen und mindestens genau so viele, von denen du lieber Abstand halten und keine Katzen holen solltest.
Ich möchte dir die gängigsten aufzeigen und ein wenig dazu erklären.

seriöse Züchter

Züchter haben sich auf ein- oder zwei bestimmte Rassen spezialisiert. Bei ihnen bekommst du die Katzen mit Stammbaum und Gesundheitszeugnis, sie sind Grund-immunisiert und entwurmt. Du kannst dir die Elterntiere und die Umgebung in der die Katzen leben genau anschauen. Ein guter Züchter wird dir Rede und Antwort stehen, jede menge Tipps geben und er ist auch nach der Abgabe seiner Tiere an ihnen interessiert. Außerdem wird darauf geachtet, in welche Umgebung seine Schützlinge kommen.

Bei Züchtern wird großen Wert auf die Gesundheit und Gesundheitsvorsorge der Tiere gelegt, es wird darauf geachtet mögliche Erbkrankheiten auszuschließen und es werden nur genetisch passende Katzen miteinander verpaart. 

Es ist ratsam, sich vor dem Besuch über den Züchter und dessen Verein zu informieren. Ein Zuchtverein ist ein Zusammenschluss von mehreren Züchtern, die nach der gleichen Vorgabe züchten, so wird ein Rassenstandart gewährleistet.


Tierheim/Tierschutz/Pflegestellen

In diesen Einrichtungen kannst du jede Art von Katze finden. Tierheime und auch Tierschutzorganisationen sind meist sehr voll mit Katzen, dort kann man grobe Charaktereigenschaften und Macken erfragen, allerdings haben diese leider oftmals nicht die Kapazität sich intensiver mit jedem Tier zu beschäftigen und auch die Tiere stecken in einer absoluten Stresssituation, welche den Charakter maßgeblich beeinflussen kann.
Dann gibt es noch die Pflegestellen, dass sind private Haushalte, welche vorübergehend Katzen zu sich aufnehmen und sie im Familienbund betreuen. Hier kann gut abgeschätzt werden, welchen Charakter oder Gewohnheiten das Tier hat.

Bei beiden Einrichtungen ist die tierärztliche Versorgung und die weitestgehend artgerechte Haltung gewährleistet.


Vermehrer/unseriöse Züchter

Der Vermehrer gibt sich gerne als "(Hobby-)Züchter" aus, hat mit diesem allerdings nicht viel gemeinsam, außer, dass er Katzen verkauft.
Seine Katzen werden oft kaum, oder gar nicht, gesundheitlich versorgt. Du bekommst bei diesen Tieren weder den Impfass, noch den Stammbaum obwohl ausdrücklich auf Reinrassigkeit bestanden wird.
Die Verpaarung der Elterntiere ist willkürlich und unterliegt keinerlei Beobachtungen der Häufigkeit sowie einer tierärztlichen Betreuung. Vermehrer wissen wenig über Katzen, ihre Haltung und die Zucht/Aufzucht, daher kommt es öfter zu psychischen und physischen Störungen bei der Katze.

Die Kitten werden unter der 12. Lebenswoche, also viel zu früh, von der Mutter getrennt und dienen lediglich als reine Geldquelle.
Vorzugsweise findet man diese Katzen in Zeitungs- oder Internetinserate.

Um Vermehrer vom Seriösen Züchter unterscheiden zu können, hilft es genauer hinzusehen und -hören.
Vorsicht bei:
  • "günstigen" Rassekitten
  • unkastrierte, erwachsene, (ehemalige) "Zuchttiere"
  • Rasse- oder Rassemischling ohne Stammbäume
  • schlechte Haltung und Versorgung der Tiere
  • keine Mitgliedschaft im Zuchtverein

bin ich bereit für Katzen?

Bevor du dich für- oder gegen Katzen entscheidest, solltest du dir ein paar Gedanken über diese Tiere und deren Haltung machen.

Haustiere bedeuten Verantwortung - bei der Katze heißt das 15-20 Jahre lang Verantwortung, denn das ist in etwa die Lebensdauer einer Katze. Dabei sollte man nicht nur die positiven, sondern auch die negativen Aspekte betrachten.
Katzen können zum einen Unsauber werden, Möbel oder Menschen zerkratzen, Einrichtungsgegenstände zerstören, generell "Ungehorsam" sein, Krank werden und dementsprechende Tierarztrechnungen können auf dich zu kommen.

Ebenso sollte man bedenken, dass die Katze eine Urlaubsbetreuung braucht oder man selbst ist bereit auf längere Ortsabwesenheiten zu verzichten.

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Artgerechte Katzenhaltung ist ein muss, wenn man Katzen ein Zuhause schenken möchte. Dazu gehört artgerechtes (nicht irgendwelches!) Futter, mindestens ein passender Katzenpartner, Kastration, artgerechte Wohnungsgestaltung sowie notwendige tierärztliche Behandlungen zu tätigen. Es darf weder bei gutem Futter, noch der tierärztlichen Vorsorge ein "dafür habe ich gerade kein Geld" geben.