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9/19/2017

Ich möchte Katzen züchten

Die seriöse und verantwortungsvolle Katzenzucht ist ein teures sowie zeitraubendes hobby. Du benötigst nicht nur das Wissen, wie man die Tiere artgerecht hält und ernährt, sondern auch über die Genetik, Trächtigkeit, Entwicklung von Katzen und für den Fall der Fälle über die Aufzucht von Katzenkindern mit der Flasche. Des weiteren solltest du genügend finanziellen Puffer haben, falls es mal zu Komplikationen kommen sollte.

Um das Ganze verantwortungsvoll angehen zu können, kannst du nicht einfach Kater auf Katze setzen und wild drauf los Kitten produzieren. Das alles benötigt gute Planung und einiges an Vorbereitung.

Zuerst solltest du dir ein Zuchtziel setzen. Die Frage ist: Warum willst du eigentlich züchten?
Du wirst von keinem seriösen Züchter eine Antwort a la "Weil Kitten so süß sind" bekommen. Jeder einzelne verfolgt sein Ziel. Dieses kann sein eine Rasse zu verbessern, sie frei von Erbkrankheiten oder Einschränkungen zu bekommen. Erst danach kannst du dir überlegen, welche Rasse du mit deiner Zucht verhelfen möchtest. Diese Entscheidung ist individuell und jeder hat seinen eigenen Geschmack.
Nun kommt der Punkt, an dem du dir Gedanken machen solltest, ob  du wirklich alle Voraussetzungen für eine gute Zucht erfüllst bzw erfüllen kannst.

  • Hast du genügend finanzielle Rücklagen, um alle Tiere gerecht versorgen und ärztlich betreuen zu können?
  • Kannst du im Notfall mehrere Hundert Euro bezahlen, um Leben zu retten?
  • Hast du in der Familie genug Unterstützung, sodass du die Trächtigkeit, die Geburt und Aufzucht nicht alleine meistern musst?
  • Kannst du einer Handaufzucht gerecht werden, falls es sein muss? Das bedeutet alle zwei Stunden (auch Nachts) zu füttern?
  • Ist dein Tierarzt auch Nachts, am Wochenende sowie an Feiertagen bereit für dich erreichbar zu sein und sich um deine Tiere zu kümmern?
  • Gibt es jemanden, der sich um die Kitten kümmert, wenn du keinen Urlaub hast?
  • Ist dein Tierarzt erfahren und kann dir auch bei den kleinsten Kitten kompetent zur Seite stehen?
  • Kannst du damit umgehen, dass Kitten während oder kurz nach der Geburt sterben?
  • Erträgst du es, die Geburt von deformierten und schwer kranken Kitten mit anzusehen und sie ggf zu erlösen?
  • Kannst du damit umgehen, wenn ein ganzer Wurf mit der Mutterkatze bei der Geburt verstirbt?
  • Bist du vernünftig genug, Kitten und Jahre lang gehaltene Kastraten abzugeben, wenn es sein muss?
  • ...

Du erfüllst all diese Dinge? Dann ist es an der Zeit, dir viel, sehr sehr viel Wissen anzueignen. Du solltest dich als Züchter mit der Haltung, Genetik, Erbkrankheiten, uvm. auskennen.

Das Ganze kannst du dir aus Fachbüchern ziehen, das Internet, spezielle Seminare und auch in Zusammenarbeit mit einem erfahrenen Züchter - deinem Mentor.

  • Welche Erbkrankheiten können auftreten, bei der Rasse, die ich züchten will?
  • Wie kann ich diese feststellen und verhindern?
  • Wie werden Farben, Merkmale und Krankheiten überhaupt vererbt?
  • Welche Gesundheitstest muss ich vor- und während der Trächtigkeit durchführen?
  • Gibt es Blutgruppenunverträglichkeiten?
  • Wie läuft eine Katzengeburt ab?
  • Was brauche ich für die Geburt?
  • Was mache ich bei Komplikationen?
  • Wie erkenne ich Gesundheitsschäden bei der Geburt?
  • Wie ziehe ich Kitten mit der Hand auf?
  • ...

Um all das nicht alleine durchzustehen, solltest du dir, wie oben bereits erwähnt, einen Mentor suchen. Der Mentor sollte bereits viel Erfahrung bei der Zucht haben und bereit sein, dir bei deiner neuen Zucht jederzeit zur Seite zu stehen.

Nicht außer Acht zu lassen ist die Wahl des richtigen Vereines. Die Zuchtrichtlinien sollten mit deiner Vorstellung der seriösen Zucht übereinstimmen. Um Stammbäume für deine Katzen beantragen zu können, und somit ihre reinrassige Abstammung nachweisen zu können, musst du Vereinsmitglied sein.
Deine Cattery wird gegen einen Geldbetrag dort eingetragen. Regelmäßig stehen natürlich Mitgliedsbeiträge an.

Der Verein gibt zum Beispiel vor, ab welchem Alter deine Katze werden darf, wie oft und welche Gesundheitsvorsorge du zu machen hast


Möchtest du einen eigenen Deckkater, oder doch lieber Fremddecken?

Ob du einen eigenen Deckkater halten möchtest und kannst, musst du ganz für dich alleine entscheiden. Bei potenten Tieren kann es immer mal zu Problemen in der gesamten Katzengruppe kommen. Ebenso ist es sehr wahrscheinlich, dass ein potenter Kater in der Wohnung markiert.
Du solltest auch beachten, dass es mit einem einzigen Deckkater nicht getan ist, denn irgendwann würde das ganze zur Inzucht führen.

9/03/2017

Ich möchte eigene Kitten!

Es gibt viele Gründe, weshalb einige Katzenbesitzer selbst mal Kitten, von ihrer eigenen Katze, haben möchten. Die Argumente reichen von "Katzen brauchen das, für die Entwicklung" über "Kitten sind einfach so süß!" und "Damit lässt sich gut Geld machen" bis hin zu "Ich möchte, dass meine Katze die Muttergefühle erleben darf" ist wirklich alles dabei.
Und jeder dieser Menschen vergisst dabei das wirklich wichtige: die Gesundheit der eigenen, geliebten Katze, sowie den finanziellen Aspekt und auch die moralischen Probleme von einem unbedachten Wurf.
Wenn du selbst schon darüber nachgedacht hast, bitte ich dich inständig dir diesen Beitrag zu Gemüt zu führen.

Bist du finanziell in der Lage einen Wurf zu Stämmen?

Ein Wurf, welcher verantwortungsbewusst geplant wird, geht extrem aufs Budget. Hierbei muss man die Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere, welche über Jahre hinweg notwendig sind, durchführen und beachten. Dazu kommt die tierärztliche Betreuung der Mutterkatze während der Geburt bis hin zur Grundimmunisierung der Kitten und der Kastration aller Tiere.
Gibt es während der Trächtigkeit oder Geburt Komplikationen, liegen die Kosten eines Wurfes auch gern mal im vierstelligen Bereich. Wer dabei sparen möchte, spart an der Gesundheit oder gar am Leben seiner Tiere.

Machst du wirklich Plus mit dem Kittenverkauf?

Wenn du deinen Wurf verantwortungsbewusst durchführst, bringt er meist mehr Ausgaben als später Einnahmen. Willst du deinen Wurf gesund und artgerecht gestalten und aufziehen? Dann rechne mit mehreren hundert Euro für jedes Kitten.
Wenn du allerdings auf alle wichtigen, und teilweise auch teuren, gesundheitlichen Vorsoge, artgerechte Haltung sowie Ernährung, sind die kosten nicht ganz so hoch. Jedoch produzierst du somit bewusst kranke, verhaltensgestörte Tiere - sofern man diese nicht durch Krankheit, Komplikationen oder Mangel an Initiative verliert.

Sind dir die Risiken während der Deckung, Trächtigkeit und der Geburt bewusst?

Wenn du darauf verzichtest, deine Tiere vor der Paarung gründlich zu untersuchen (z.B. Erb- und Infektionskrankheiten) riskierst du womöglich Katzenleben. Du musst, um die Gesundheit aller Tiere zu gewährleisten, bereits im Vorfeld der Verpaarung eine Menge Geld hinblättern. Wenn du Tiere mit Erbkrankheiten oder Infektionskrankheiten verpaarst, werden diese an die Kitten weitergegeben und somit ihr Leben verkürzen oder gar bedrohen. Auch Kater und Katze stecken sich mit Infektionskrankheiten an.

Bei der Trächtigkeit können Fehlgeburten auftreten, welche die Mutterkatze stark gefährden, genauso, wie bei Komplikationen bei der Geburt. Es ist nicht selten, dass ein Kaiserschnitt notwendig ist, um das Leben der Mutterkatze sowie der Kitten zu retten.

Du wirst damit rechnen müssen, dass nicht jedes Kitten lebend, lebensfähig oder gesund zur Welt kommt.
Dinge wie der Gaumenspalt, ein offener Rücken, Deformierungen oder fehlende Gliedmaßen können in einem Wurf vorkommen. Wenn du kein oder nur wenig Wissen über die Komplikationen, Kittenaufzucht und Maßnahmen im Notfall hast, solltest du keinen Wurf produzieren.

Bist du in der Lage die Nachsorge zu betreiben?

Die Aufzucht von Kitten ist zeitaufwändig, nervenraubend und teuer. Es wird nicht nur Unmengen an hochwertigem Futter von den Kleinen vernichtet bis sie ausziehen können, auch die Impfungen, Entwurmung, das Chippen, die frühzeitige Kastration sowie die Gesundheitszeugnisse kosten Geld. 
Kitten nehmen ab der vierten Woche feste Nahrung zu sich, da kommen in den folgenden acht Wochen, bis sie bereit für den Auszug sind, mehrere hundert Euro für das Futter der Kitten auf.
Wenn die Kitten krank sind, kommen natürlich weitere, hohe Kosten auf dich zu.

Die Natur wird es schon "Regeln"

Ja, die Natur betreibt eine effektive, allerdings durchaus grausame Auslese. Alles, was krank, schwach oder körperlich eingeschränkt ist, verreckt elendig. Das betrifft nicht nur Kitten, sondern auch geliebte Elterntiere. Wenn du dich also vollkommen auf die Natur verlassen möchtest und keine Verantwortung für Gesundheitstest und die ärztliche Betreuung übernehmen willst, stelle dich auf unschöne, traumatische Bilder ein. Die Natur wird es richten, ja, aber nicht so, wie du es für gut oder ansehnlich empfinden wirst.
Das man Lebensunfähige, deformierte oder tot geborene Kitten nicht verhindern kann, ist klar. Auch das Auffressen toter oder gar noch lebender Kitten durch die Mutterkatze ist ebenfalls ein Teil dieser natürlichen Auslese.
Willst du dir das wirklich freiwillig antun?

Die Moral von der Geschicht

Aus meiner Sicht, ein Mensch, der sich für den Tierschutz einsetzt, ist jeder Wurf ein unnötiger Wurf, gerade dann, wenn der Katzenhalter sich keine Gedanken um die Gesundheit und Aufzucht seiner Tiere gemacht hat. Jedes Jahr werden leider hunderttausend "unnötige" Kitten geboren.
Oftmals landen diese in Tierheimen, Pflegestellen, ausgesetzt im Wald oder ertränkt im Fluss. Und das nur, weil schon wieder ein nicht weit denkender Katzenhalter unbedingt einmal einen eigenen Wurf haben wollte oder der Meinung war, seine Katze müsste nicht kastriert werden.
Jeder einzelne Wurf fordert die Tierheime, Pflegestellen sowie alle anderen freiwilligen Helfer aufs maximale was Geld, Geduld, Nerven, Liebe und Aufwand betrifft. Jedes Tierheim hat im Frühjahr ein Katzenauffangproblem, da ausgesetzte, abgeschobene Kitten und trächtige Katzen dort landen.
Daher sprechen sich Tierschützer und tierliebe Menschen gegen eigene Würfe und für die Kastrationspflicht aus.

"Aber es ist doch nur ein Wurf!"

Diesen Satz sagen tausend Katzenbesitzer jedes Jahr. Würde man pro Jahr wirklich nur einen einzigen Wurf vernehmen, den die Katzenhalter selbst großziehen wollen, dann wären unsere Tierheime nicht jedes Jahr aufs neue maßlos überfüllt.
Eine Katze, welche rechtzeitig kastriert wird und keinen Wurf über sich ergehen lassen muss, ist gesünder und leistet ihren Beitrag zur Verringerung des Katzenelends in Deutschland und auf der Welt.

"Ich habe für jedes Kitten ein neues Zuhause!"

Das ist wichtig und schön, wenn man es bereits vor der Verpaarung weiß. Allerdings behebt das nicht das Problem: deutsche Tierheime und Pflegestellen platzen aus allen Nähten. Anstatt selbst Kitten zu produzieren, solltest du deine potentiellen Abnehmer darauf hinweisen, dass genug arme Seelen im Tierheim und auf Pflegestellen auf ein neues Heim warten.
Ebenso solltest du nicht außer Acht lassen, dass diese Kitten womöglich, wenn du nicht frühkastrierst, weitere Kitten in die Welt setzen wird. Aus diesem, und vielen anderen Gründen, sollte man seine Katzenkinder nicht in irgendwelche Hände geben, sondern in Verantwortungsbewusste.

Willst du deinem Tier unnötige Risiken aussetzen?

Wenn du ehrlich zu dir selbst bist, weißt du, dass eigentlich kein Katzenbesitzer der eben mal "einfach so" einen Wurf haben möchte, sich davor um die Gesundheit seiner eigenen Katze Gedanken macht, geschweige denn von den künftigen Kitten.
Du setzt deine Katze bei einem schlecht vorbereiteten Wurf vielen Risiken aus, ob du das einsehen möchtest, oder nicht.

Möchtest du wirklich potentiell kranke Kitten verkaufen?

Und auch jetzt solltest du ehrlich zu dir selbst sein. Wenn du ohne vorherige und begleitende Gesundheitsvorsoge Kitten in die Welt setzt und danach verkaufst, verkaufst du potentiell kranke Kitten. Ob sie nun wirklich krank sind, kann nicht beurteilt werden, da es keine Gesundheitszeugnisse der Eltern gibt - genauso wenig kann gesagt werden, dass sie gesund sind.
Der neue Besitzer kann sich der Gesundheit seiner geliebten Katzen nicht sicher sein und muss womöglich dabei zusehen, wie es nach nur wenigen Wochen elendig an Infektionskrankheiten verreckt. Es kann natürlich auch Jahre dauern, bis nicht heilbare Erbkrankheiten ans Tageslicht gelangen, welche dem Tier leid, schmerzen und einen zu frühen Tod bescheren.
Wenn du nun immer noch bewusst Kitten produzieren möchtest ohne jegliche Vorsoge, scheint es dir egal zu sein, ob die Tiere eventuell einen qualvollen Tod erleiden müssen. Ebenso ist es dir egal, wie viel Schmerz der zukünftige Besitzer erleiden muss.

"Züchter vermehren genauso!"

Diesen Satz hört man ganz oft von Privatpersonen, die "einfach so" einen Wurf haben möchten. Doch es gibt da einige wirklich wichtige Unterschiede:
Seriöse Züchter tun alles erdenklich Mögliche, um die Elterntiere sowie die Kitten gesundheitlich und auch charakterlich gesund zu erhalten. Ihnen sind keine Kosten zu hoch noch die Arbeit zu viel, um den Tieren das bestmögliche Möglich zu machen. Nicht zu vergessen ist, dass jeder Züchter ein Zuchtziel verfolgt und daher überhaupt Züchtet.

Wenn man die überfüllten Tierheime/Pflegestellen ansieht, ist sicherlich jeder neue Wurf ein unnötiger Wurf, dennoch ist ein gut durchdachter, verantwortungsvoller Wurf einer Zucht kein Vergleich zu einer Privatperson, die mal eigene Kitten haben möchte.

Es ist ganz egal ob Hauskatze oder Rassekatze, du solltest nur mit ausreichend Gesundheitsvorsorge, Wissen über Genetik, Trächtigkeit, Aufzucht und Ernährung einen Wurf planen, jeder andere Wurf ist verantwortungslos.

Wenn du dennoch einmal eine Katzengeburt erleben möchtest

Du hast den Wunsch, eine Katzengeburt mitzuerleben und die Kitten bei ihrer Entwicklung zu begleiten? Das ist durchaus nachvollziehbar, denn Kitten sind einfach niedlich, interessant und eine Aufzucht kann viel mit einem machen.
Dieses Erlebnis kannst du auch mit einer kastrierten Katze machen, ohne noch weitere Kitten in die Welt zu setzen!

Wie bereits erwähnt gibt es häufig ungewollte, ausgesetzte und abgeschobene trächtige Katzenmütter auf Pflegestellen sowie in Tierheimen. Doch die Betreuung dieser Katzen ist Zeitaufwändig und kann nicht immer direkt gewährleistet werden.
Wenn du bereits ein bisschen Vorwissen, den Willen um die Verantwortung hast, kannst du dich anbieten, der Katze durch diese Zeit zu helfen.
Du selbst lernst über die Vorgänge von Katzengeburten sowie die Kittenaufzucht und hast tatsächlich noch etwas für den Tierschutz getan. Also: Anstatt selbst zu produzieren, lieber einer Katze durch die schwere Zeit helfen, die leider keine andere Wahl mehr haben. 

7/12/2017

Checkliste vor dem Katzeneinzug

Du hast dich nun für eigene Fellnasen entschieden und es steht auch bereits fest, welche es werden wollen? Super. Dann solltest du dir schleunigst um ein paar Dinge Gedanken machen.

Schau dich in deiner Wohnung um und mach dir Gedanken darüber, was für Gefahren für Katzen lauern könnten. Gibt es gefährliche oder gar giftige Sachen in deiner Wohnung? Dann überlege dir, wo du diese hin tust oder ob du sie ganz abgibst.
Überprüfe jede mögliche Ecke, Katzen quetschen sich in die unmöglichsten Versteke - hast du scheue Katzen, kann das wirklich blöd laufen und Enden.
Unter dem Menüpunkt "Gefahren" findest du Gefahren und Möglichkeiten, sie gefahrlos zu machen.

Wichtig zu überlegen ist auch zu welchem Tierarzt du künftig gehen kannst. Optimal wäre einer in näherer Nähe, viele Katzen hassen Auto fahren und was man sonst noch so mit dem Tierarzt verbindet. Freunde, welche bereits Katzen haben, können dir hierbei behilflich sein und dir Tipps in Sachen "guter Tierarzt" geben.

Du solltest dich bevor die Fellis einziehen ausreichend über deren Haltung informieren. Es sollten sachliche und unterschiedliche Quellen herangezogen werden. Denn leider sind auch heutzutage noch viele Mythen über Katzen und deren Haltung im Umlauf, die von unwissenden Katzenhaltern, Tierärzten oder auch Fachbüchern verbreitet werden. Nur, weil jemand "schon immer" Katzen hält, muss seine Haltung nicht artgerecht oder sein Wissen auf dem neusten Stand sein.
Vorallem (alte) Tierärzte täuschen sich, weil sie gar nicht oder zu wenig fortgebildet auf diesem Gebiet sind. Ebenso sind Fachbücher nur von Menschen geschrieben, welches Wissen z.B. überholt sein kann.
Auf diesem Blog findest du zahlreiche Unterthemen, die dir weiterhelfen können.

Checkliste für deine Einkaufsliste

  • für jede Katze eine eigene Transportbox (Wichtig! auch wenn die Katzen ein Herz und eine Seeele sind! In Ausnahme Situationen kann Stress dazu führen, dass sie sich in der Box angreifen und als Feind sehen)
  • Ausreichend Katzentoiletten, am besten verschiedene mit verschiedener Streu (Anzahl der Katzen plus eins)
  • genug Streu
  • Für jede Katze einen eigenen Fressnapf
  • Futter (Optimal in der Anfangsphase das selbe wie beim Vorbesitzer, ansonsten Hochwertig)
  • Wassernapf
  • Spielzeug
  • Kratzmöglichkeiten
  • Bürsten

7/11/2017

Kastration

Für viele ist die Kastration ihrer Lieblinge immer noch ein beängstigendes Thema. Es kommen plötzlich viele Fragen auf: "Wird mein Tier sich verändern?", "Wird alles gut gehen?", "Müssen reine Hauskatzen überhaupt kastriert werden?", "Wann ist der beste Zeitpunkt dafür?"

Ich kann dir viele gute Gründe für eine Kastration nennen, doch keinen einzigen, der dagegen spricht.

Wenn du Katzen hast, musst du diese kastrieren lassen! Es ist egal, ob Freigänger oder Wohnungskatze. Ein kurzer Moment der Unachtsamkeit genügt und deine unkastrierte Katze ist verschwunden und kehrt trächtig zurück.
Nicht außer acht zu lassen ist der gesundheitliche Aspekt. Jede Rolligkeit ist purer Stress für deine Katzen und kann sich zu einer Dauerrolligkeit entwickeln. Jede einzelne Rolligkeit begünstigt die Entstehung von Gebärmutterhalskrebs extrem.
Dein unkastrierter Kater hingegen wird anfangen zu markieren (und das riecht nicht gerade angenehm!), desweiteren sind diese immer auf der Suche nach einer rolligen Katze. Dafür laufen Kater auch gerne mal 10km oder mehr.
Bedenke: Oft hört ein Kater nicht mehr mit dem markieren auf, wenn er es ein mal getan hat, auch nicht nach der Kastration!

Für Katze und Kater ist es zudem gefährlich, sich mit "irgendeiner" Katze zu paaren. Krankheiten wie FIV, Leukose oder FIP können dabei übertragen werden, diese Enden meist tödlich.

Deine Katze muss nicht ein mal rollig werden, wie man es früher geglaubt hat und erst recht nicht ein mal Kitten bekommen, bevor du sie kastrierst. Übrigens liest du richtig, man kastriert Katze und Kater.
Bei der Kastration von Katern werden die gesamten Hoden entfernt, bei der Katze die gesamte Gebärmutter. Die Sterilisation bedeutet bei Katern lediglich, dass man die Samenleiter durchtrennt und bei der Katze die Eileiter.
Das bedeutet, die Katze kann weiterhin rollig werden und das Risiko von entzündeten Eileitern oder Gebärmutterhalskrebs steigt. Der Kater hingegen kann weiterhin deine gesamte Wohnung markieren.

Die Frühkastrarion ist immer zu empfehlen. Sie wird bereits mit 12-16 Wochen durchgeführt, dadurch ist die Operation kürzer und einfacher, da die Keimdrüsen frei liegen und nicht von Fettgewebe überlagert sind, gibt es weniger Komplikationen und/oder Blutungen.Deine Katze wird die Narkose wesentlich besser weg stecken, wenn sie noch jung ist. Ebenso ist der Heilungsprozess um einiges schneller bei Kitten mit etwa drei Monaten. Du gehst kein Krebsrisiko ein, da dein Tier nie Hormonbelastet wird.
Die Kastration hat keinen Einfluss auf das Wachstum, das wurde in mehreren Studien bestätigt.

Die Kastration sollte mir eintreten der Sexualreife durchgeführt werden, da es Katzen gibt, welche mit 14 Wochen bereits geschlechtsreif sind, solltest du keine Sekunde damit warten.

Ich hatte unkastrierte Katzen

Ich selbst habe eine Katze selbstständig von der Straße geholt. Nachdem sie ein paar Wochen bei mir war, stellte ich vergrößerte Zitzen fest und bin direkt zum Tierarzt, welcher dann eine Trächtigkeit festgestellt hatte. Kurz darauf folgten an einem Freitagabend Blutungen weshalb ich in eine Tiernotklinik fahren musste... dort stellte sich dann heraus, dass die Kitten im Bauch bereits gestorben sind und wir jetzt noch ein paar Tage abwarten können, ob die Katze sie von alleine gebärt oder wir sie per Notkaiserschnitt herausholen müssen, dieser hätte mich unmengen an Geld gekostet.
"Zum Glück" bekam meine Katze die toten Kitten den darauffolgenden Abend. Sie kam zu mir auf die Couch und war bereits ganz unruhig, ich wusste, dass es wohl losgeht. Und ja, sie bekam drei Totgeburten.. ich kann von unglaublichen Glück sprechen, es rechtzeitig erfahren zu haben und das meine Katze sie selbst geboren hat. Es hätte alles anders laufen können. Die Kitten hätten unentdeckt bleiben können und wären in ihr weiter verwest, was zu einer Blutvergiftung und letztendlich zum Tod meiner geliebten Miez geführt hätte. 

Eine andere Katze von mir kam mit 1 1/2 unkastriert zu mir. Der Termin für die Kastra stand schon fest, als die Kleine rollig wurde. Das ganze war weder für sie, mich oder meine anderen Tiere angenehm. Wir waren alle gestresst davon. Doch damit war es nicht genug, etwa eine Woche vor dem geplanten Termin bemerkte ich einen dicken Bauch. Glücklicherweise konnte ich eine Trächtigkeit ausschließen, da sie nur drin war, auch die Vorbesitzer bestätigten mir dies. Es ließ mir keine Ruhe und auch meine Tierärztin fand es beängstigend. Wir haben die OP vorverschoben und ich bin unfassbar Dankbar darüber. Bei der OP stellte meine Tierärztin fest, dass die Eierstöcke komplett entzündet und vereitert waren, der Bauch war aufgrund dieser Entzündung so dick und jede Sekunde hätte das ganze wortwörtlich Platzen können und somit wäre auch diese Katze gestorben. 

Tu dir und deinen Tieren das nicht an. Lass deine Tiere bitte rechtzeitig kastrieren!

7/07/2017

Einzelhaltung?!

Nein, Katzen sind keine Einzelgänger! Sie werden zu diesen, weil "wir" Menschen welche aus ihnen machen.
Eine Jahrelange Einzelhaltung der Katze lässt sie nicht nur seelisch verkümmern, sie verlernt auch ihr soziales Verhalten gegenüber anderen Katzen. Folgen davon sind unter anderem Aggressionen, Depressionen und Zerstörungswut.

Für diese Katzen kann eine Zusammenführung mit anderen Katzen sehr stressig bis hin zu unmöglich werden. Sie haben die Kommunikation und den Umgang mit anderen Katzen verlernt, daher dauert eine Vergesellschaftung viel länger als bei Katzen, die das kätzische Verhalten beherrschen.
In Einzelfällen ist die Zusammenführung sogar unmöglich und so entstehen die all bekannten "Einzelkatzen", welche auch als so eine vermittelt werden muss, um auf Dauer glücklich zu werden.

Ein Katzenpartner zählt wie eine artgerechte Ernährung und Umgebung als Grundbedürfnis der Katzen. Wenn du also nur eine Katze halten kannst, oder willst, solltest du eine bereits erwachsene und ältere Katze aus dem Tierheim, welche aufgrund von Jahrelanger Einzelhaltung eine "Einzelkatze" geworden ist, adoptieren. Anderenfalls solltest du von der Katzenhaltung absehen, denn diese Tiere sind sehr sozial und brauchen mindestens einen Katzenpartner.

Menschen und andere Haustiere als "Ersatz" 

So sehr wir unsere Stubentiger lieben, wir Menschen sind und können keinen Katzenpartner ersetzen. Um einer Einzelkatze als Mensch gerecht werden zu können, müsstest du 24 Stunden am Tag mit ihr spielen, toben, sie putzen, mit ihr im Körbchen liegen, fauchen, miauen und schnurren. Neben den körperlich sichtbaren Kommunikationsmöglichkeiten der Katze besitzt sie auch Geruchspheromone, die du als Mensch ebenso besitzen und beherrschen solltest.
Andere Haustiere wie Hunde oder Kaninchen können, ebenso wenig wie der Mensch, all diese kätzischen Sprachen nicht sprechen und sind daher als Ersatz für eine Zweitkatze nicht geeignet.

Sobald die Katze beginnt Hände, Füße, Möbel oder Tapeten anzugreifen und zu zerkratzen, merkt der Halter: Huch, hier stimmt etwas nicht und es läuft nicht so, wie erwartet. Oftmals wird dann allerdings die Katze als "aggressiv" oder "hyperaktiv" abgestempelt, anstatt den Hilferuf wahrzunehmen und die Haltung der Katze zu überdenken.

Mögliche Folgen von Einzelhaltung

  • aggressives Verhalten
  • Hyperaktivität
  • extreme Anhänglichkeit
  • Zerstörungswut
  • Depressionen

Kitten niemals alleine halten!

Was für erwachsene Tiere gilt, gilt auch für Kitten. Sie sind die innige Beziehung zu anderen Katzen (Mutter, Geschwister) gewohnt. Neben dem Trennungsschmerz wartet nun kein neuer Spielfreund auf das Kitten im neuen zu Hause mit dem es spielen und kuscheln kann.
Kitten haben noch viel mehr Energie als bereits erwachsene Katzen. Um diese Energie artgerecht abzubauen und ausleben zu können braucht es mindestens zwei Kitten. Erwachsene Katzen sind kein passender Partner für ein Kitten!


die echten Einzelkatzen?!

Gibt es sie wirklich? Die tatsächlich und echten "Einzelkatzen"? Diese Frage muss ich zum Leidwesen der Katzen mit Ja beantworten. Denn viele Katzen werden leider immer noch über Jahre hinweg alleine gehalten. So kommt es, dass sie den Umgang mit anderen Katzen völlig verlernen und total überfordert sind, wenn man ihnen eine weitere Katze vor die Nase setzt.
Dieses gestörte Verhalten tritt jedoch nicht nach kurzer Zeit ein und auch wenn eine Katze 4 bis 5 Jahre alleine leben musste kann sie den Umgang mit anderen Artgenossen noch nach einer kurzen Weile wieder umsetzen. Schwierig wird es bei Katzen die etwa sieben oder mehr Jahre alleine leben mussten. Diese haben meist vergessen und verlernt. 

Wenn du dich jetzt für nur eine Katze entschieden hast, dann findest du diese armen Seelen oftmals in Tierheimen. Es ist schön, wenn man einer Katzenomi oder einem Katzenopi noch einen schönen Lebensabend schenken möchte.
Doch auch das ist nicht so einfach, wie gedacht. Du bist ganztags Berufstätig und alleinstehend? Dann solltest du die Finger von einer Einzelkatze nehmen, denn diese brauchen sehr viel Beschäftigung und Aufmerksamkeit von dem Menschen. Die Katze wird sich völlig auf dich fixieren, denn sie hat sonst niemanden.
Optimal wäre es, wenn eine Einzelkatze in eine Familie kommt, in der immer jemand für die Katze da ist - sofern sie eben möchte.

Weitere wichtige Dinge worauf man bei einer Einzelkatze achten sollte:
  • viel Beschäftgung (spielen, Clickertraining)
  • die Katze nicht stundenlang alleine lasen

der passende Katzenkumpel

Du hast bereits eine Katze und möchtest für diese einen Katzenpartner? Dann solltest du definitiv folgende Punkte beachten.
Besonders bei sich fremden Katzen ist der Charakter ausschlaggebend, es ist wie bei uns Menschen, um so ähnlicher wir uns sind, desto eher können wir uns leiden. Daher sollte der Charakter deiner neuen Katze auf den der bereits vorhandenen gut abgestimmt sein.
Das Alter solltest du auch nicht außer Acht lassen, gerade wenn es sich um Kitten oder schon etwas ältere (Senior) Katzen handelt.
Kitten zu Kitten, Teenie zu Teenie, Senior zu Senior,..

Als Mensch hat man oftmals auch noch andere Ansprüche an sein Haustier, darunter Fallen häufig: Rasse, Felllänge, Fellfarbe,.. doch bei einer Zusammenführung solltest du dich als Halter und deine Optischen Wünsche etwas zurückschrauben, denn an erster Stelle stehen die Katzen. Du solltest dich für keine Katze aufgrund der Optik oder weil Kitten so niedlich sind entscheiden.

Partner in  Crime

Als Mensch wünscht und hofft man immer, dass die Katzen sich super gerne haben, gemeinsam spielen, kuscheln und sich gegenseitig putzen. Nicht immer ist das der Fall, nur gut durchdachte Vergesellschaftungen und Partnerauswahl werden gute Katzenkumpels.
Dabei muss es nicht zwangsläufig eine innige Liebe zwischen den Samtpfoten sein, es genügt eine tiefe Sympathie oder gute Freundschaft.
Den Katzen ist es vorallem wichtig, eine andere, sympathische Katze um sich zu haben. Sie haben nicht den Anspruch, sich gegenseitig zu lieben. Ein gemeinsames Leben, spielen und eventuell auch mal beisammen liegen reicht ihnen vollkommen aus.


Vorurteile/Mythen und Fakten der Einzelhaltung

"Katzen sind von Natur aus Einzelgänger"
Falsch. Besonders bei den älteren Generationen ist dieses "wissen" verbreitet. Doch es wurde bereits vor Jahrzehnten widerlegt. Katzen sind Einzeljäger, leben aber sehr wohl gerne in Gruppen.

"2 Katzen sind zu viel Aufwand"
Diesen Satz verwenden jedes Mal die selben Menschen. Die, die sich noch nicht ausreichend mit Katzen beschäftigt haben. Tatsächlich ist es nämlich so, dass du wesentlich weniger Aufwand mit zwei, anstatt mit einer Katze hast denn die beiden - oder mehr - können und werden sich gegenseitig Beschäftigen. Sei es spielen, kuscheln oder die tägliche Fellpflege.
Durch die Beschäftigung von anderen Katzen wird ihnen auch nicht so schnell langweilig wie alleine und daher bleibt deine Wohnung mit höherer Wahrscheinlichkeit verschont. Gelangweilte Katzen vergehen sich gerne an Tapeten, Möbeln oder werfen schlichtweg Gegenstände von Tischen und Schränken.
Du selbst als Mensch bist weniger "gefragt", du kannst in Ruhe deinen alltäglichen Dingen wie Haushalt, kochen, lesen oder sonstigem nachgehen, ohne, dass permanent eine Katze deine Aufmerksamkeit möchte und JETZT sofort spielen will. Das ist weniger Stress für dich und mehr Spaß für alle.
Bedenken haben viele auch Aufgrund der "Mehrkosten", die du allerdings nicht immer haben wirst. Oftmals wirst du sogar günstiger wegkommen, da du größere Packungen - welche günstiger sind als die kleinen -  bei Futter und der Streu kaufen kannst. 

"diese Einzelkatze ist aber glücklich"
Okay, und woher weißt du das? Hat sie dir das gesagt?
Nein, natürlich nicht, denn Katzen können nun mal (leider) nicht sprechen. Es ist nur über unsere menschliche Empfindung möglich, diese Gefühlseigenschaft zu interpretieren.
Viele Menschen denken, wenn die Katze ruhig ist, ist diese auch glücklich, denn es wird auf Tapetenkratzen oder Hyperaktivität gesprochen bei fehlerhaften Haltung. Doch auch besonders ruhige Katzen können unglücklich sein, dies äußert sich dann eben in Depressionen und kaum vorhandener Lebenslust. Glückliche Katzen toben, spielen und sind Lebensfroh. Daher solltest du dir als Halter die Frage stellen: Ist meine Einzelkatze wirklich glücklich, oder geht es doch eher in die Depression?

"Meine Katze hat den Hund (Wahlweise anderes Tier) als Gesellschaft"
Es ist einfacher gesagt als für die Katze getan. Denn z.B. Hunde und Katzen haben neben den unterschiedlichen "Sprachen" auch eine komplett andere und eigene Körpersprache die nur von Artgenossen richtig verstanden werden können.
Zudem fehlt, egal bei welchem Tier, für die Katze die unabdingbare Fellpflege, welche sie gerne gemeinsam erledigen. 

"Im Freigang hat meine Katze sicherlich Freunde"
Diese Aussage kann zum Teil stimmen, ist allerdings tatsächlich eher bei wenigen Katzen der Fall. Häufiger werden fremde Katzen als Reviereindringlinge angesehen und die somit verbundenen Revierkämpfe sollte man nicht außer Acht lassen. Sobald diese "geklärt" sind, sind die Katzen dennoch keine Freunde. Es kann passieren, dass sie sich akzeptieren und tolerieren - wenn jeder in seinem Revier ist.

Bei Kitten verpufft dieses Argument zudem, da diese erst ab einem Jahr in den Freigang gelassen werden sollten. Lässt man die Kleinen früher raus sind diese noch viel zu unvorsichtig und können Gefahren wie Autos oder Höhen noch nicht angemessen einschätzen. Desweiteren werden sie wegen ihrer körperlichen Größe gerne von Autofahrern übersehen.
Somit bedeutet es ein Jahr lang Einzelhaft für Kitten, die alleine leben müssen.
Auch neue Katzen darf man nicht direkt raus lassen, auch, wenn sie nicht Scheu dir gegenüber sind und schon zum schmusen kommen.
Katzen sind Ortsgebundene Tiere und versuchen kurz nach ihrem Umzug immer, an ihren Ursprungsort zurückzukehren. Daher solltest du jede neue, erwachsene Katze mindestens vier bis  sechs Wochen drin behalten, damit sie ihr neues zuhause anerkennt und nicht nach ihrer alten Umgebung sucht. 

"die Zusammenführung hat nicht geklappt"
Eine Zusammenführung dauert lange, sehr lange. Manchmal Wochen, Monate bis hin zu Jahren. Natürlich kann es mit Glück auch schneller gehen, aber in den wenigsten Fällen fallen die Katzen freudestrahlend übereinander her. Eher voll gepackt mit Wut, da ein Eindringling im Haus ist. Fauchen, Knurren und auch ein paar Respektschellen sind total normal und sollten den Menschen nicht in Panik verfallen lassen.
Bleib ruhig, gib beiden Katzen einen Rückzugsort und gehe die Zusammenführung richtig an.
Erst wenn Blut fließt, sollte man als Halter dazwischen gehen und die Katzen trennen. 
Leider geben zu viele Katzenhalter zu früh auf und haben ggf. auch den komplett unpassenden Partner gewählt.

"Andere halten ihre Katze auch alleine"
Diese Antwort bekommt man meist dann zu hören, wenn alle anderen Argumente vernichtet wurden. Zumal es kein richtiges Argument ist.

diese Darstellung dient als Orientierung und darf unverändert verwendet und geteilt werden

7/06/2017

Die "richtigen" Katzen finden

Egal ob es die ersten Katzen sind oder ein Partner für die Vergesellschaftung: der Charakter der Katze(n) ist super wichtig!

Grundlegend ist es zu empfehlen, Katzen mit dem gleichen Alter, Geschlecht und Charakter zu nehmen.
Eine 8 Jahre alte Katzendame wird Probleme mit einem 12 Wochen alten Kitten haben - und das für immer. Da kannst du dich auf Mobbing, Zerstörungswut und Unausgeglichene Katzen einstellen.

Worauf musst du nun beim Katzenkauf - oder wie ich es lieber habe: beim adoptieren der Katzen - achten?

Kitten dürfen nicht vor der 12. Lebenswoche (am besten 14.-16. Lebenswoche) von der Mutter und den Geschwistern getrennt werden, denn erst dann haben sie die notwendige Sozialisierungsphase erlebt. Ein Kitten, welches zu früh weggegeben wird, kann Neurosen und Angewohnheiten entwickeln, welche du meistens nicht wieder beheben kannst. außerdem ist die Vergesellschaftung schwieriger, da die typischen sozialen Aspekte der Katze noch nicht vermittelt wurden.

Die Katzen sollten Klare, saubere Augen und Ohren aufweisen, ebenso ein seidiges und glänzendes Fell und eine saubere Po-gegend haben.
Kratzt oder schütteln sich die Katzen oft, ist das ein Indiz für Flöhe oder andere Parasiten (z.B. Ohrmilben), welche man nur schwer mit dem bloße Auge entdecken kann.

Die anderen Katzen aus dem Wurf, sowie die Eltern, sollten gesund, munter und aufgeweckt sein. Die generelle Umgebung sollte sauber, dennoch "bewohnt" aussehen - denn hier wohnen schließlich Katzen. Wenn also Spielzeug etc herumliegt, ist das nicht weiter dramatisch. Extrem sterile Räumlichkeiten deuten eher darauf hin, dass etwas nicht stimmt.

Falls über Gesundheitszeugnisse und Tests gesprochen wird, solltest du dir diese aufjedenfall ansehen, insbesondere wenn es die Elterntiere betrifft. Ein schlechtes Zeichen ist es, wenn Tiere von der Gruppe separiert gehalten werden. Oftmals trifft dieses Schicksal den Deckkater, da das Markieren und somit die Geruchsbildung als lästig und störend angesehen wird. Ein guter Züchter geht mit solchen Situationen anders um und legt Wert darauf, dass alle Tiere Anschluss in der Familie finden.

Handelt es sich um reinrassige Katzen, so gehört immer .der Stammbaum zur Katze! Besonders unseriöse "Züchter" (Vermehrer) behaupten gerne, dass sogenannte "Liebhabertiere" ohne abgegeben werden, da ansonsten die Kosten zu hoch wären. Tatsächlich belaufen sich die Kosten eines Stammbaumes auf etwa 25-50€. Wichtig ist auch der Impfass, mit dem jede Katze ausgestattet und ausziehen sollte. Kann der Besitzer diese Dokumente nicht vorweisen, solltest du misstrauisch werden und von dort keine Katze nehmen.

Woher sollen die Katzen kommen?

Du hast dich nun für die Katzen entschieden und nun kommt die Frage auf: "Woher soll ich diese holen?" Es gibt einige Bezugsquellen und mindestens genau so viele, von denen du lieber Abstand halten und keine Katzen holen solltest.
Ich möchte dir die gängigsten aufzeigen und ein wenig dazu erklären.

seriöse Züchter

Züchter haben sich auf ein- oder zwei bestimmte Rassen spezialisiert. Bei ihnen bekommst du die Katzen mit Stammbaum und Gesundheitszeugnis, sie sind Grund-immunisiert und entwurmt. Du kannst dir die Elterntiere und die Umgebung in der die Katzen leben genau anschauen. Ein guter Züchter wird dir Rede und Antwort stehen, jede menge Tipps geben und er ist auch nach der Abgabe seiner Tiere an ihnen interessiert. Außerdem wird darauf geachtet, in welche Umgebung seine Schützlinge kommen.

Bei Züchtern wird großen Wert auf die Gesundheit und Gesundheitsvorsorge der Tiere gelegt, es wird darauf geachtet mögliche Erbkrankheiten auszuschließen und es werden nur genetisch passende Katzen miteinander verpaart. 

Es ist ratsam, sich vor dem Besuch über den Züchter und dessen Verein zu informieren. Ein Zuchtverein ist ein Zusammenschluss von mehreren Züchtern, die nach der gleichen Vorgabe züchten, so wird ein Rassenstandart gewährleistet.


Tierheim/Tierschutz/Pflegestellen

In diesen Einrichtungen kannst du jede Art von Katze finden. Tierheime und auch Tierschutzorganisationen sind meist sehr voll mit Katzen, dort kann man grobe Charaktereigenschaften und Macken erfragen, allerdings haben diese leider oftmals nicht die Kapazität sich intensiver mit jedem Tier zu beschäftigen und auch die Tiere stecken in einer absoluten Stresssituation, welche den Charakter maßgeblich beeinflussen kann.
Dann gibt es noch die Pflegestellen, dass sind private Haushalte, welche vorübergehend Katzen zu sich aufnehmen und sie im Familienbund betreuen. Hier kann gut abgeschätzt werden, welchen Charakter oder Gewohnheiten das Tier hat.

Bei beiden Einrichtungen ist die tierärztliche Versorgung und die weitestgehend artgerechte Haltung gewährleistet.


Vermehrer/unseriöse Züchter

Der Vermehrer gibt sich gerne als "(Hobby-)Züchter" aus, hat mit diesem allerdings nicht viel gemeinsam, außer, dass er Katzen verkauft.
Seine Katzen werden oft kaum, oder gar nicht, gesundheitlich versorgt. Du bekommst bei diesen Tieren weder den Impfass, noch den Stammbaum obwohl ausdrücklich auf Reinrassigkeit bestanden wird.
Die Verpaarung der Elterntiere ist willkürlich und unterliegt keinerlei Beobachtungen der Häufigkeit sowie einer tierärztlichen Betreuung. Vermehrer wissen wenig über Katzen, ihre Haltung und die Zucht/Aufzucht, daher kommt es öfter zu psychischen und physischen Störungen bei der Katze.

Die Kitten werden unter der 12. Lebenswoche, also viel zu früh, von der Mutter getrennt und dienen lediglich als reine Geldquelle.
Vorzugsweise findet man diese Katzen in Zeitungs- oder Internetinserate.

Um Vermehrer vom Seriösen Züchter unterscheiden zu können, hilft es genauer hinzusehen und -hören.
Vorsicht bei:
  • "günstigen" Rassekitten
  • unkastrierte, erwachsene, (ehemalige) "Zuchttiere"
  • Rasse- oder Rassemischling ohne Stammbäume
  • schlechte Haltung und Versorgung der Tiere
  • keine Mitgliedschaft im Zuchtverein

bin ich bereit für Katzen?

Bevor du dich für- oder gegen Katzen entscheidest, solltest du dir ein paar Gedanken über diese Tiere und deren Haltung machen.

Haustiere bedeuten Verantwortung - bei der Katze heißt das 15-20 Jahre lang Verantwortung, denn das ist in etwa die Lebensdauer einer Katze. Dabei sollte man nicht nur die positiven, sondern auch die negativen Aspekte betrachten.
Katzen können zum einen Unsauber werden, Möbel oder Menschen zerkratzen, Einrichtungsgegenstände zerstören, generell "Ungehorsam" sein, Krank werden und dementsprechende Tierarztrechnungen können auf dich zu kommen.

Ebenso sollte man bedenken, dass die Katze eine Urlaubsbetreuung braucht oder man selbst ist bereit auf längere Ortsabwesenheiten zu verzichten.

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Artgerechte Katzenhaltung ist ein muss, wenn man Katzen ein Zuhause schenken möchte. Dazu gehört artgerechtes (nicht irgendwelches!) Futter, mindestens ein passender Katzenpartner, Kastration, artgerechte Wohnungsgestaltung sowie notwendige tierärztliche Behandlungen zu tätigen. Es darf weder bei gutem Futter, noch der tierärztlichen Vorsorge ein "dafür habe ich gerade kein Geld" geben.